So funktionieren
SBC und KI im Gesamtsystem

Der Scanner beinhaltet ein optisches kamerabasiertes System, das anhand der Lichtbrechung Oberflächenunebenheiten erkennt. Intelligente Algorithmen verarbeiten die Kameraaufnahmen aus dem dreidimensionalen Raum in verwertbare zweidimensionale Bilder. Dabei wird sehr viel gemessen, etwa Geschwindigkeit, Seitenabstände, Höhe und Formen des Fahrzeugs, damit am Ende eine Blaupause des Fahrzeugs mit seiner Form und seinen Unebenheiten entsteht. Die KI wurde zuvor darauf trainiert, die hagelspezifischen Dellen zu erkennen, und sie von anderen, ähnlich aussehenden Unebenheiten – wie etwa auch durch Wassertropfen – abzugrenzen. Die Sachverständigen klassifizierten eine große Menge von Bildern, damit die KI die Unterscheidung der Dellen erlernen konnte. Heute kann sie nahezu alle Schäden erkennen. In jedem Scannerbogen sind fünf SBC-Recheneinheiten verbaut, eine für jede der fünf Kameras, die mit dem Kamerasystem verbunden sind.
Sie führen jede Berechnung eigenständig durch. „Das ist natürlich ein großer Vorteil, weil wir alles parallelisieren können und dadurch natürlich einen enormen Zeitgewinn bekommen“, konstatiert der Geschäftsführer. Eine weitere, sechste Recheneinheit dient als Schnittstellenrechner, der die Kommunikation innerhalb des Systems koordiniert, um die einzelnen SBCs entsprechend anzusteuern und Anweisungen zu geben. Er sorgt dafür, dass alles zur richtigen Zeit gestartet, gestoppt, aufgenommen, analysiert und ausgewertet wird. Zudem bündelt er die Informationen und übernimmt die Kommunikation mit dem Bedienungs-Laptop oder anderen verbundenen Rechnern, um den Scanneroutput weiterzuleiten.

Die Vorteile einer lokalen Lösung

„Die KI wird natürlich ständig weiter trainiert und verbessert, auch anhand verschiedener Gegebenheiten. Hagel ist auch immer regional verschieden. Das führt zu unterschiedlichen Dellenformen und anderer Intensität“, so der Hagelexperte. Auch auf Kunststoffteilen sehen Dellen anders aus. Diese Erkennungsfähigkeit führt ebenfalls dazu, dass sich Betrug verhindern lässt: Wie Blankenheim weiß, kommt es rund um Hagelereignisse immer wieder zu Versicherungsbetrug. Der Scanner erkennt jedoch auch die Dellen, die von Autobesitzern selbst in die Oberfläche geschlagen wurden. „Sind also hunderte Dellen auf dem Dach und der Scanner erkennt nur zwanzig, dann wird es spannend“, schmunzelt Tino Blankenheim.

Datenschutz gewährleistet

Das Unternehmen hat sich bewusst für die SBCs und gegen eine Cloud-Lösung entschieden, denn der Scanner soll an Orten mit schlechtem WLAN, wie beispielsweise einer Tiefgarage, auch offline funktionieren und das Ergebnis lokal berechnen.
Für den Datenimport- und export sorgen entsprechende Schnittstellen. „Das hat für uns einen Vorteil beim Thema Datenschutz, denn jeder Kunde behält seine Daten ausschließlich selbst. Damit konnten wir den Systemeinsatz auch aus IT-Security-Sicht sehr viel leichter voranbringen“, resümiert Tino Blankenheim.
Messvorgang im Scanner-Bogen
Darüber hinaus müssen die rund 40 Gigabyte Daten, die pro Fahrzeug verarbeitet werden, nicht übermittelt werden. Die dafür nötige Komprimierung würde zu Qualitätseinbußen führen, die die Hagelspezialisten nicht in Kauf nehmen wollen. Auch perspektivisch setzt man auf Optimierung.
Derzeit wird an einem Scanner für Caravans gearbeitet – und natürlich an der weiteren Internationalisierung, denn die Hagelproblematik spielt weltweit eine immer größere Rolle.
 HAST-Hagel-Scanner
Innovative Technik

Single-Board-Computer
mit KI- und Grafikfunktionen

Kontron präsentiert 3.5“-SBC-PTL mit
Intel® CoreTM Ultra-Prozessoren (Panther Lake)

Auf der embbedded world in Nürnberg wird Kontron die neueste Generation der 3,5-Zoll-SBC-Produktfamilie vorstellen. Sie bietet eine leistungsstarke und energieeffiziente Lösung für anspruchsvolle
KI-Anwendungen und erfüllt die spezifischen Anforderungen an industrielles Edge-Computing. So ermöglicht sie beispielsweise die direkte Verarbeitung von Bilddaten und trifft autonome Entscheidungen, ohne dass eine Cloud-Verbindung oder damit verbundene Latenzzeiten erforderlich sind. Muster werden im zweiten Quartal 2026 verfügbar sein.
Der 3.5"-SBC-PTL nutzt eine innovative Rechnerarchitektur, die auf Intel® Core™ Ultra-Prozessoren der Serie 3 basiert.
Diese unterstützen bis zu 16 Kerne und verfügen über eine integrierte Neural Processing Unit (NPU) für energieeffiziente KI-Inferenz sowie bis zu 12 Xe-GPU-Kerne für leistungsstarke KI-Workflows (bis zu 180 TOPS) und Videoanalyse.
Diese Hybridarchitektur ermöglicht die effiziente Ausführung komplexer, paralleler KI-Pipelines – ganz ohne separate GPU. Dadurch können KI-Workloads direkt am Datenursprung verarbeitet werden, was die Latenz erheblich reduziert und Konnektivitätsbarrieren überwindet.

Verbesserte Skalierbarkeit

Mit den integrierten Intel® Xe Matrix Extensions (Intel® XMX) und spezifischen OpenVINOTM-Optimierungen steigert der 3.5“-SBC-PTL die Leistung jedes Computersystems noch weiter.
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